Sie sind hier: Startseite » Aktuelles

Kerlen Taucher hat im Hanauer Hafen...

... Fuß gefasst und expandiert

Kerlen Taucher
Kerlen Taucher

Das derzeitige Rhein-Hochwasser versetzt auch eine Firma aus dem Hanauer Hafen in Alarmbereitschaft. Falls nämlich bei Ingelheim in Folge der Flutung eines Rückhaltebeckens (Polder) am Flussufer Rohre der örtlichen Trinkwasserversorgung brechen, muss die Kerlen Taucher GmbH aus der Saarstraße ran und einen Schieber der Leitung unter Wasser umstellen. „Das ist wegen des angeschwemmten Treibguts nicht ungefährlich“, weiß Tauchermeister Karl Kerlen als Firmenchef aus Erfahrung.

Hanau Hafen GmbH
Hanau Hafen GmbH

Hilfe von Kerlen Taucher hat auch die Hanau Hafen GmbH schon angefordert. So beispielsweise unlängst, als an der Hafenspitze nahe der Steinheimer Brücke auf dem Grund des Mains ein Anker vermutet wurde, der bei der Havarie eines Tankmotorschiffs verloren gegangen war. „Dem mussten wir nachgehen, weil es eine Gefahr für die Schifffahrt hätte darstellen können“, erklärt Jörg Krieger, Betriebsleiter der Hanau Hafen GmbH. Mit Kerlen Taucher fand er die Bergungsspezialisten quasi vor der Haustür.

Kerlens Einsatz war im Hanauer Hafen auch gefragt, als im Frühjahr 2012 ein Schiff manövrierunfähig festlag. Die Bugstrahlruder arbeiteten nicht mehr, weil sich darin ein Hartgummi-Reifen verhakt hatte. Der Einsatz von Kettenzug und Ankerwinde war zunächst nötig, damit der Unterwassertaucher überhaupt das „extrem harte Gummi“ herausschneiden konnte, erinnert sich Kerlen. Und weiter: „Bis nachts um drei waren wir damals am Werk.“ nimmt für sich in Anspruch innovative Methoden einzuführen. Dazu zählt er Unterwasser-Videoaufnahmen als Beweis, wenn beispielsweise ein Schiff die Kaimauer gerammt hat und deren Standfestigkeit daraufhin zu prüfen ist. Einen solchen Nachweis brauchte auch eine Versicherung, als ein Auto in Frankfurt ein Hausboot touchiert und beschädigt hatte.

Das Tauchunternehmen für alle Arten von Unterwasser-Arbeiten ist in ganz Deutschland tätig; so half es beim Bau des Mosellums, einer Erlebniswelt auch zur Beobachtung von Wanderfischen in Koblenz. Für Karl Kerlen war dieser Auftrag am Deutschen Eck ein ganz besonderer. Es ging darum eine alte Fischtreppe an einer Mosel-Staustufe zu erneuern, Wanderfischen einen Parcours mit Ruhezonen zu errichten und das alles durch große Fenster beobachtbar zu machen. Unter Wasser musste das Hanauer Tauchunternehmen ein 20 Tonnen schweres herausgeschnittenes Betonteil bergen. Es übernahm Schweiß- und Abbrucharbeiten und setzte einen Spundwand-Kasten, damit trocken der Neubau in der Mosel entstehen konnte. „Wir haben etwas für die Umwelt getan und sind an einer Innovation im Gewässerschutz beteiligt“, ist Kerlen stolz. Der zum Mosellum gehörende „Fischpass“ zählt die Wanderfisch-Arten wie Aal und Lachs, das ist weltweit einzigartig.

Nicht immer sind die Aufträge so spektakulär wie dieser. Die Kerlen Taucher GmbH wird auch gerufen, wenn in einer Kläranlage wie in Wächtersbach eine Pumpe zu bergen ist oder wenn „Hessenwasser“ in Wiesbaden beim Bau eines Trinkwasser-Brunnens Filterrohre verlegen und Schieber montieren lassen muss. Typische Arbeiten bestehen auch darin, unterspülte Kaimauern in Häfen zu sanieren oder Hafensolen zu peilen, um abschätzen zu können, wie viel angesammelter Abraum auszuheben ist. „Solche Baggerarbeiten stehen auch im Hanauer Hafen jährlich an, und wir wollen künftig Kerlen Taucher mit der Messung und Probenahme des Abraums betrauen“, erläutert Hafenleiter Krieger.

Bautauchen und Offshore-Aufträge wie Reparaturen von Windkraftanlagen im Meer hinzugenommen, bringen Kerlen auf Expansionskurs. So verwundert es nicht, dass er für Boote, Pontons, Pumpen, Hydraulikwerkzeuge und Tauchzubehör mehr Platz für seine Firma brauchte. Zudem hat er gerade zwei Jungtaucher eingestellt und sucht weiteres Fachpersonal. So hat er seine Firma auf dem von der Hanau Hafen GmbH gemieteten Gelände in der Saarstraße auf rund 1200 Quadratmeter vergrößert.

Kerlen ist zufrieden: „Unseren Hauptsitz in den Hanauer Hafen verlegt zu haben, war eine gute Entscheidung.“ Bis 2009 war er noch in Geesthacht an der Elbe beheimatet. Dann zog er Hanau vor, weil es vom Mittelpunkt Deutschlands aus einfacher sei europaweit zu arbeiten. Hinzu komme, dass „die Chemie mit der Hanauer Hafengesellschaft einfach stimmt.“

Hanau, den 5. Juni 2013 / jh