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Den widrigen Winden zum Trotz

An manchen Orten erscheint die globale Wirtschafts- und Finanzkrise wie ein Unfall, von dem man nur in der Zeitung liest: schrecklich zwar, aber ganz weit weg. Portals Nous ist so ein Ort. Der Yachthafen im Westen der Bahía de Palma ist einer der exklusivsten Mallorcas. Wer abends die Promenade entlangschlendert, dem bietet sich folgendes Bild: Großen und kleinen Segelschiffen liegt eine Phalanx beeindruckender Motoryachten gegenüber; weiß, glatt, makellos und alle gut und gerne dreißig Meter lang - doch ohne ein Lichtlein an Bord. Die Spaziergänger witzeln, ob es den Eignern wohl peinlich geworden sei, so viel Reichtum zur Schau zu stellen, oder ob ihnen womöglich das Geld für die Beleuchtung ausgegangen ist.
Nichts von beidem ist der Fall. Wer sich die sechsstelligen Liegeplatzmieten von Portals Nous leisten kann, hat kein Problem mit den Stromkosten. "Viele der Yachtbesitzer sind nur zehn Tage im Jahr auf ihrer Yacht", sagt Pedro Palou Valenzuela. Der Marketingleiter des Ports de Balears muss es wissen. Die Aufsichtsbehörde verwaltet die meisten öffentlichen Häfen der Mittelmeerinseln und hat Erstaunliches zu vermelden: Den fünfundsechzig Marinas und Anlegestellen der Balearen geht es blendend. Während der Hochsaison im Sommer sind die zwanzigtausend Yachtliegeplätze meistens ausgebucht - von Krise keine Spur. Um die Engpässe zu meistern und dennoch nicht weitere Küstenabschnitte zuzubetonieren, hat Ports de Balears neue Wege beschritten. Durch die Reorganisation der Yachthäfen wurden in den Jahren 2007 und 2008 tausend neue Liegeplätze geschaffen. Um wildem Ankern in den oft tief ins Land schneidenden Buchten Einhalt zu gebieten, hatte man zudem einen originellen Einfall. In Port d'Andratx, dem bekanntesten Hafen Mallorcas, wurden im vergangenen Jahr zwischen den Piers der beiden Yachthäfen und der Außenmole der Bucht zwölf schwimmende Inseln im Meeresboden verankert. An diesen Islas flotantes können je sechs bis acht Boote, in Port d'Andratx bis zu zweiundneunzig festmachen. Von den schwimmenden Plattformen führen zwar keine Stege an Land, sie sind aber billiger als ein Platz im Hafen und bequem zugänglich. mehr

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