Rheinkilometrierung |
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Die heutige Kilometrierung des Rheins beginnt in Konstanz (Mitte der Rheinbrücke) mit dem Km 0,0 und endet bei km 1032,8 (Hoek van Holland). |
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Die vollen Kilometer werden durch weiße, rechteckige Tafeln mit schwarzer Kilometerzahl |
Rheinkilometer 782 |
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die halben Kilometer durch kleinere quadratische Tafeln mit schwarzem Kreuz auf weißem Grund |
Rheinkilometrierung |
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und die zwischen diesen liegenden Hektometer (Hunderter) durch senkrecht stehende weiße Balken an den Ufern gekennzeichnet. |
Rheinkilometrierung |
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Die Einteilung bezieht sich auf die Strommitte, wobei Inseln mit zur Wasserfläche gerechnet werden. Die heutige Kilometrierung umfasst somit: |
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Geschichte
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Die durchgehende Kilometrierung gibt es erst seit dem 1. April 1939. Davor gab es Kilometrierungen der früheren selbständigen Rheinuferstaaten Baden, Bayern, Hessen und Preußen sowie der Niederlande, die ihr jeweiliges Stromstück unabhängig von einander vermessen hatten. Jede dieser Kilometrierungen begann mit einer Nullmarke an der Landesgrenze und lief von dort stromab. |
Rheinkilometrierung |
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Kurze Kilometer:
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Ausganglinie für das Setzen der Messpunkte ist die Stromachse. Rechtwinklig auf diese bezogen ergeben sich die Vermarkungsstellen an den Ufern. Da der Rhein meist in kleineren oder größeren Bögen zu Tale strömt, liegen in den Prallhängen die Messpunkte regelmäßig etwas mehr als einhundert Meter voneinander, in den Gleithängen entsprechend weniger. |
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Unterhalb von Emmerich teilt sich der Rhein in Waal und Pannerdensche Kanal, der sich wiederum vor Arnheim in Nederrhijn/Lek und Ijssel teilt. Die Kilometrierung läuft mit gleichen Zahlen in diesen Rheinmündungsarmen weiter, so dass unterhalb von Emmerich jeweils neben der Kilometerangabe auch der jeweilige Rheinmündungsarm zu nennen ist, wenn mit einer Kilometerzahl eine bestimmte Lage bezeichnet wird. Für die Schifffahrt hat der Nieuwe Waterweg, die Seeschiffszufahrt zum Hafen Rotterdam, die größte Bedeutung. Der Nieuwe Waterweg mündet bei km 1.032,8 bei Hoek van Holland in die Nordsee. |
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Die Länge des Rheins hat sich seit römischer Zeit mehrmals durch Verlagerung des Strombettes verändert. Zwischen 1250 und 1700 waren häufige und hohe Hochwasser Ursache dafür, dass der Strom sich besonders am Niederrhein ein neues Bett schuf. Hierdurch trat auf natürliche Weise z.B. bei Zons eine Laufverkürzung von etwa 7 km ein. Andere Laufbettveränderungen gehen auf anthropogene (künstliche) Korrektionen zurück, die 1677 mit dem Reeser Durchstich begannen. Im 18. und 19. Jahrhundert erfolgten am Niederrhein weitere Durchstiche von Flussmäandern bei Büderich, Flüren, Bislich, Grieth und Emmerich. Den stärksten Einfluss auf die Rheinlänge übte die Korrektion des Oberrheins zwischen 1817 und 1875 nach den Plänen des Gottfried von Tulla aus. Diese aus Gründen der Melioration (Bodenverbesserung) damals unbedingt notwendige Korrektion, damals meist als Rektifikation (Begradigung) bezeichnet, verkürzte die Oberrheinstrecke um etwa ein Viertel oder rund 100 km. Der Rhein im Siebengebirgsbereich, eingezwängt zwischen den Ausläufern des Westerwaldes und der Eifel, blieb von Strombettverlagerungen verschont. |
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Neben Laufbettveränderungen erschwerten unterschiedliche Längeneinheiten, welche die einzelnen Uferstaaten verwendeten, die genaue Feststellung der Rheinlänge. Solche Feststellungen, meist in ,,Stunden" angegeben, sind erstmals |
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Eine erste durchgehende Kennzeichnung (Vermarkung) des gesamten Rheins kam erst auf Anregung der ZKR in den Jahren 1863/67 zustande. Damals wurden ab Basel in einem Abstand von jeweils 10 km am Ufer entlang Vermarkungssteine gesetzt, von denen es nur noch wenige gibt und die deshalb unter Denkmalschutz stehen. Die etwa 50 x 50 cm großen behauenen Sandsteine ragen bis zu 80 cm über den Boden. Sie tragen lateinische Zahlenangaben. Von diesen sogenannten Myriametersteinen (Zehntausend-Meter-Steinen) ist auch einer im Stadtgebiet von Königswinter erhalten geblieben. Unweit des Rheinpavillons in Niederdollendorf findet man Kilometer 647,5 in der Rheinallee. Ein weiterer, sehr gut erhaltener befindet sich am ,,Woltershof". Die Myriametersteine tragen auf allen vier Seiten Angaben. Auf der ober- und unterstromigen Seite ist die jeweilige Entfernung zur damaligen Landesgrenze angegeben, die Rückseite nennt die Entfernungen bis Basel und Rotterdam. Die Vorderseite trägt die Nummer des Steines in lateinischen Zahlen, im Fall von Niederdollendorf XLVIII, so dass dieser Stein 480.000 Meter von Basel entfernt steht. Unter der Nummer gibt ein waagerechter Strich die Höhe über A.P. (Amsterdams Peil /Amsterdammer Pegel) an, wobei dieser Höhenmesspunkt 1879 von der Deutschen Reichsregierung als Normal-Null übernommen wurde und daher A.P. und N.N. identisch sind. Die Myriametersteine wurden ab 1883 durch die oben beschriebenen Landeskilometrierungen ersetzt. Sie waren aber übergangsweise bis 1890 gültig und sind heute immer noch Festpunkte der Landesvermessung. |
Rheinkilometrierung |
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Auch der oberstromige Nachbar des Niederdollendorfer Myriametersteins ist noch vorhanden. Während beim Stein von Niederdollendorf durch Aufstellung auf einem Sockel der Charakter eines technischen Kleindenkmals betont wird, versinkt der Unkeler Myriameterstein XLVII im Uferbewuchs nördlich der Nato-Rampe und ragt |
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Im WESKA Ausgabe 1941 stand:
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Kilometereinteilung des Rheins; Die Rheinuferstaaten haben eine neue durchlaufende Kilometereinteilung des Rheinstromes -zunächst unterhalb Basel- gelegentlich der Einführung der neuen Schifffahrtpolizeiverordnung vom 18. Januar 1939 beschlossen und durchgeführt mit dem Nullpunkt in der Mitte der Rheinbrücke zu Konstanz. Die alten Kilometerzahlen sind in dem Orts- bzw. Brückenverzeichnis des Rheins neben den neuen Kilometerangaben beibehalten. |
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Längenmessung und Myriametersteine am Rheinstrom
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Der aufmerksame Spaziergänger am Niederrhein findet viele Neuerungen und Zeichen am Rheinstrom. Neben den mehr werdenden Biotopen sieht er Hektometersteine, Sichtzeichen, Radarbaken und -bojen und, wenn auch nur alle 10 Kilometer, sogenannte Myriametersteine. In den letzten Jahren sind einige dieser historischen Steine restauriert worden und geben dem Beobachter einen Hinweis über die Längenmessung des Rheins. |
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Durch die ,,Übereinkunft unter den Uferstaaten des Rheins und auf die Schifffahrt dieses Flusses sich beziehende Ordnung" vom 31. 3. 1831 wurde die ,,Central-Commission für die Rheinschifffahrt" ins Leben gerufen. Nach einem Beschluss dieser Commission 1863 sollten sowohl ein Gesamtnivellement als auch Stromkarten im einheitlichen Maßstab geschaffen werden. Hierfür waren neue, und zwar durchgehende Längenmessungen erforderlich. Der Nullpunkt dieser Messungen sollte die Mitte der Rheinbrücke zu Basel sein. |
Rheinkilometrierung |
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Am Beispiel des 62. Steins, heutiger Standpunkt Rheinkilometer 787,48 linkes Ufer, ergibt sich folgende Beschriftung: |
Rheinkilometrierung |
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Nach verschiedenen Fertigstellungsetappen waren 1910 die Längenmessungen abgeschlossen. So wertvoll die bisher erzielten Ergebnisse einer einheitlichen Kilometrierung des Rheins auch sein mochten, ein empfindlicher Mangel haftete ihnen doch an: die Längenmessungen hatten trotz des Beschlusses von 1863 keinen gemeinsamen Anfangspunkt. Die badische Kilometrierung begann an der schweizerisch-badischen, die bayerische Kilometrierung an der französisch-bayerischen Grenze. Die hessische Messung hatte ihren Anfang in der mittleren Brücke in Basel, während die preußische Kilometrierung an der hessisch-preußischen Grenze begann. Dass diese Vielzahl der Nullpunkte keineswegs als ideal zu bezeichnen war, liegt klar auf der Hand. Nach eingehenden Untersuchungen wurde daher auf Anregung der badischen Ministerialabteilung für Wasser- und Straßenbau seitens des Reichs- und Preußischen Verkehrsministers der Vorschlag gemacht, alle Kilometrierungen auf einen Nullpunkt zu beziehen, aber nicht wie bisher auf die mittlere Brücke in Basel, sondern unter Berücksichtigung des geplanten Hochrheinausbaus auf die Brücke in Konstanz. |
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Aus Meyer's Konversationslexikon 1895, XII. Bd.
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Myriade; (griechisch) ursprünglich eine Zahl von 10 000, |
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Quellen :
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Autor : Peter Haas Schulschiff RHEIN |
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