Wintrans 50 - Kanalschlange |
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Das "Laströhrenfloß" bzw. Wintrans 50
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Das Westphalfloß, später Wintrans 50 (Spitzname unter Binnenschiffern Kanalschlange), war ein von Dr.-Ing. Eberhard Westphal entwickeltes Transportsystem für die Binnenschifffahrt zum Transport von Kohle aus dem Ruhrgebiet über den Dortmund-Ems-Kanal und Mittellandkanal nach Salzgitter zu den Reichswerken Hermann Göring. |
Wintrans 50 - Kanalschlange in Anderten |
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Die Lastrohre mit ihrem insgesamt geringem Ladevermögen wurden dann durch größere leichterähnliche "Kästen", die zum Entladen nicht mehr hochgehievt wurden, sonder konventionell mit Kränen gelöscht wurden, ersetzt. |
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Geschichte
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1956 nach der Gründung des Arbeitskreises „Amphibischer Verkehr", — gebildet durch die A. G. für Berg- und Hüttenwesen und die Hoesch-Werke als Interessenten an diesem Projekt und die diesen Konzernen angeschlossenen Waggonfirmen Linke-Hofmann-Busch und Orenstein & Koppel A. G., Dortmund-Dorstfeld — mit dem Bau von 6 Lastrohren eine Entwicklung in die praktische Erprobung genommen werden, die von Linke-Hofmann-Busch seit 1951 betrieben wurde und an die bereits 1940 von den Hüttenwerken Salzgitter, damals Reichswerke Hermann Göring, begonnene Entwicklung des nach dem Erfinder benannten Westphal-Lastrohres anknüpfte. Der „Gebrochene Transport" sieht für den Transport von Massen- und Stückgütern grundsätzlich die Verwendung des gleichen Transportmittels auf dem gesamten Transportweg vom Lieferanten zum Empfänger vor. Seitens der Bundesbahn und anderer Bahngesellschaften wurde der gebrochene Verkehr bereits längere Zeit studiert und auch im Verkehr praktisch erprobt, da durch diese Transportart Transport- und Umschlagkosten eingespart werden können. Bekannt sind die für den „Schiene-Straße-Verkehr" von der Bundesbahn entwickelten Culemeyer-Fahrzeuge und der sogenannte Huckepack-Verkehr. Auch die von Linke-Hofmann-Busch gebauten Behälter-Transportwagen für den sogenannten „Haus zu Haus"-Verkehr dienen dem gleichen Zweck. |
Lastrohr des Westphalflosses |
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Mit dem Lastrohr sollte ein Transportmittel für den Wechsel vom Schienen- zum Wasserweg und umgekehrt geschaffen werden. Die beiden beteiligten Waggonfirmen entwickelten jedoch zwei wesentlich voneinander verschiedene Fahrzeuge, wobei Linke-Hofmann-Busch das Grundprinzip des ursprünglichen Westphal-Lastrohres beibehielt. Da jedoch das Westphal-Lastrohr mit einer Länge von 24 m und einem Außendurchmesser von 3 m die Einschränkungsmaße beim Kurvenlauf überschritt, wurde für das neu zu entwickelnde Lastrohr eine Länge von 12 m und ein Außendurchmesser von 3 m gewählt. Mit diesen Abmessungen ergab sich für das Lastrohr ein Gewicht von ca. 12 t, für das unbeladene Fahrzeug ca. 28 400 kg, so daß auf C-Strecken mit dem zugelassenen Achsdruck von 20 t ein Ladegewicht von 51 600 kg erreicht werden konnte. |
Lastrohr |
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Wintrans 50 Foto Köhnlein |
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Der Antrieb bestand aus zwei Schleppern von denen einer schleppte und der andere schob. Der Vordere hatte eine Leistung von zweimal 180 PS (von hier steuerte auch der Schiffsführer den Verband) und der hintere von zweimal 150 PS. |
Westphalfloss im Hafen Salzgitter |
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Bei der konstruktiven Entwicklung dieser Fahrzeuge mußte von den Betriebs- und Einsatzbedingungen ausgegangen werden, wonach die Lastrohre für den Transport auf dem Wasserwege zu Lastrohrflößen zusammengestellt und für den Transport auf dem Schienenwege einzeln auf geeignete Transportfahrzeuge umgesetzt werden sollten. Die Lastrohre mußten also schwimmfähig sein und sowohl im leeren als auch im beladenen Zustand ausreichende Schwimmstabilität besitzen. Sie sollten sowohl im Wasser als auch an Land von Greiferbaggern be- und entladen werden können und an Land zusätzlich für die Selbstentleerung eingerichtet sein. Ferner war eine einfache Lösung für das Umsetzen aus dem Wasser auf die Transportfahrzeuge und umgekehrt zu finden. |
Westphalfloss, Skizze Lastrohr |
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Entsprechend diesen Forderungen wurde das für einen frontalen Pufferstoß von 250 t dimensionierte Lastrohr in selbsttragender Bauweise konstruiert, um es an den Endschotten mit Laufringen auf die Transportdrehgestelle aufsetzen zu können. Mit diesen laufringen, die in entsprechenden Antriebsrollen auf den Transportdrehgestellen gelagert und dureh eine Verriegelung gegen Abheben durch den Pufferstoß gesichert waren, konnte das Lastrohr nach beiden Seiten bis zu 1800 durch einen mechanischen Antrieb zum selbsttätigen Entleeren gedreht werden. Die von einem Elektromotor angetriebene Entladeeinrichtung war auf beiden Transportdrehgestellen angeordnet und gab dem Lastrohr eine Entladegeschwindigkeit von einer halben Umdrehung pro Minute. Die Leistung der Antriebsmotoren gewährleistete ein ausreichendes Drehmoment auch für schweres Ladegut mit ungünstig tiefer Schwerpunktlage, wie z. B. Erze. Die obere Schüttöffnung mit einer lichten Weite von 1,8 m und ein ebener Zwischenboden ermöglichen das Entladen mit Greifbaggern. |
Lastrohr beim Entladen |
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Wintrans 50 - Kanalschlange
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Wintrans 50 - Kanalschlange Mit freundlicher Genehmigung LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg |
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Technische Daten des Wintrans 50
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Technische Daten
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Foto
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Wintrans 50 - Kanalschlange von vorn Foto : Schifferverein Bergeshövede |
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Zeichnung
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Technische Daten
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Foto
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Wintrans 50 in Datteln Foto: WSD Münster |
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Zeichnung
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Technische Daten
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Foto
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Wintrans 50 - Kanalschlange in Anderten |
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Zeichnung
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Das vordere Drittel des Schleppzuges war um ca. 30 Grad beweglich um die engen Kurven im unausgebauten Mittellandkanal durchfahren zu können. |
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Wintrans 50 - Kanalschlange in Bergeshövede Foto : Schifferverein Bergeshövede |
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Quellen
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Bücher : Das Westphal-Floss (Lastrohrfloss) (1947) von Eberhard Westphal sowie Das "Westphal-Floss" als neues Massengut-Verkehrsmittel (1950) |
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