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Rhenania-Gruppe

vielen Dank an Peter Haas

Ein bedeutender Konzern der Rheinschifffahrt, die Rhenania Schiffahrts und Spedition & GmbH, Mannheim, wurde im Jahr 1908 durch die Brüder Hermann und Jacob Hecht gegründet. Hermann Hecht war zuvor in führender Funktion in internationalen Betrieben unter anderem für Getreidespedition und Rheinschifffahrt tätig. Jacob Hecht sammelte Erfahrungen in der Schifffahrtsagentur S. Rosenberg, Mannheim, die überwiegend für die Rotterdamer Speditionsfirma Gebr. v. Uden tätig war. Kunden waren Mannheimer Getreideimport - und Handelsfirmen, Kohlehandlungen und Mühlen. 1903 übernahmen die Brüder nach dem Tod des Firmenchefs die Schifffahrtsagentur Rosenberg. 1908 kauften sie die Speditionsfirma Leon Weiss, Mannheim, mit Werfthallen und Absackelevatoren. Daraus entstand die Rhenania Schiffahrt - und Speditionsges. GmbH, vormals Leon Weiss Mannheim. Speicher, Silos und Umschlagseinrichtungen wurden ausgebaut. An der 1906 unter Beteiligung von Jacob Hecht gegründeten belgischen Societe Beige de Navigation Fluviale S.A., Antwerpen, kam es zu einer Beteiligung der Rhenania Mannheim. Die Leitung übernahm Jacob Hecht. Ursprünglich war das Unternehmen für den Verkehr auf belgischen Binnenwasserstraßen bestimmt. Nun wurde es als Rheinschifffahrtsgesellschaft ausgebaut. 1909 entstand in Duisburg die Rhenania Allgemeine Speditions AG. Von anderen Firmen übernommene Speicher und Umschlagseinrichtungen wurden modernisiert und erweitert.

Nachdem es in der Rheinschifffahrt auf Drängen der Länder Baden und Preußen zu Konzernbildungen kam, hatte auch Bayern, zu dem damals das linke süddeutsche Rheinufer, die Raddampfschlepper "Rhenania XV/Peter Küppers", gebaut 1926 als "Neptun" für die Neptun Transport- und Schifffahrts AG, Basel auf der Schiffswerft Gebr. Sachsenberg in Rosslau/Elbe, 1600 PS, 75,00 x 1,60 m. Ab 1935 bei der Rhenania Rheinschifffahrtsges. mbH, Homberg. Bis 1958 in Fahrt. 1960 bei De Wilde in Burcht/NL zum MGS "Taxandria" umgebaut, später unter NL-Flagge in "Birjo", "Adio", danach in "Chilandia", "Steinburg", "Moonlight", "Keula" und ab 2010 in "Lady Inge" umbenannt.

Pfalz, gehörte, ein Interesse seinen Einfluss im Bereich der Rheinschifffahrt zu sichern und insbesondere die Interessen des Hafens Ludwigshafen zu schützen. Bayern strebte deshalb eine Beteiligung am Rhenania-Konzern an. 1913 kam es zu einer finanziellen Beteiligung und dem Abkommen, die Kapitalmehrheit an den bisherigen Beteiligungen und befreundeten Unternehmen zu sichern. 1913 übernahm die Rhenania Mannheim die Majorität an der belgischen Pluviale und an der bereits 1885 gegründeten Rhenania Rheinschifffahrts-Gesellschaft mbH, Homberg, mit der schon zuvor eine enge Zusammenarbeit bestand. Im Jahr 1908 hatte diese drei eigene Schleppkähne mit zusammen 2.240 Tonnen Tragfähigkeit und die Dampf-Schraubenschlepper "Rhenania r ex "Amor", Bj. 1895, 450 PS, "Rhenania 11" ex "Allexa" ex "Concurrent", Bj. 1895, 650 PS und den Raddampfschlepper "Rhenania III", Bj. 1906, 1.300 PS. 1912 kamen der Dampf-Schraubenschlepper (Dopppelschrauber) „Rhenania IV", Bj. 1912, 1.200 PS und mehrere Schleppkähne hinzu. In den Jahren 1915-18 wurde die Rheinflotte durch einige flott gehende Raddampfschlepper und eine Anzahl Schleppkähne vergrößert. Ferner wurden in Straßburg eine Niederlassung gegründet und ein moderner Getreidespeicher mit Werfthalle und Umschlagseinrichtungen in Betrieb genommen.

Die Rhenania Homberg und die Allgemeine Speditionsgesellschaft Duisburg wurden im Hinblick auf die Erweiterung in Richtung Osten ausgebaut. Mit dem Bau des Rhein - Herne- Kanals und des Dortmund -Ems- Kanal mit anschließendem Mittellandkanal entstanden hier neue Möglichkeiten. Durch die Verbindung mit dem bayerischen Staat kam es noch vor Ende des Weltkrieges zur Übernahme der Schiffswerft Anton Schellenberger in Erlenbach am Main. Gemeinsam mit dem Vorbesitzer und dem Unternehmer Carl Presser entstand daraus die Bayerische Schiffbaugesellschaft mbH, vormals Anton Schellenberger. An den Unternehmen des Carl Presser kam es zu weiteren Beteiligungen.

Nachdem dessen Firmen ab 1919 expandierten, mit denen er bisher überwiegend am Main und Donau–Main-Kanal (Ludwigkanal) mit kleineren Frachtschiffen tätig war, suchte er stärkeren Anschluss an den Rhein. An der 1907 gegründeten Carl Presser & Co GmbH, Schifffahrt und Spedition, Frankfurt und der Bavaria Schifffahrts- und Speditions AG, Bamberg, beteiligte sich die Rhenania -Gruppe mit 50 Prozent.

Einen weiteren Anteil an der Bavaria besaß der niederländische Reeder C.WH. van Dam, der späteren und zeitweise größten niederländischen Reederei Damco. Bei Pressers Demerag kam es zur Beteiligung an der Harpener Bergbau AG. Die Bavaria hatte am Main Niederlassungen in Frankfurt, Aschaffenburg, Würzburg, Kitzingen, Nürnberg und an der Donau in Regensburg. 1926 kamen sechs neue 800 t Motorschlepper "Rhenania XVI", Bj. 1925, bei der Schimag, Mannheim, 300 PS, 19,75 x 5,00 m. Im Bild am Schlepperliegeplatz an der Kurpfalzbrücke in Mannheim. Bis Mitte der 60er Jahre in Fahrt.

Große Güterschiffe in Fahrt, "Bavaria 51" bis "Bavaria 56", motorisiert mit 60 PS, so dass sie in der Talfahrt selbständig fahren konnten. Gebaut wurden die Schiffe auf der Erlenbacher Werft. Die Rhenania gab 1928 ihre Beteiligungen an den Presser Unternehmen wieder auf. Die sechs Neubauten wurden in die Niederlande verkauft und in "Wijkdienst" umbenannt.

Die Folgen des Weltkrieges hatten auch bei der Rhenania zu herben Verlusten geführt. Die belgische Tochtergesellschaft Fluviale musste abgegeben werden. Die Lager- und Umschlagseinrichtungen in Straßburg ebenso. Sie kamen in den Besitz der Hafenverwaltung Straßburg. Infolge des Friedensvertrages ging ein erheblicher Anteil der Flotte, Schleppdampfer und Schleppkähne, an Frankreich und Belgien. Aber es ging wieder aufwärts.

Nach dem Tod des Besitzers der 1910 gegründeten Speditionsfirma C.G. Maier AG, Mannheim, wurde diese der Rhenania angeboten. Es entstand eine Beteiligung. 1920 kam es neben der Bayerischen Handelsbank, München, zu einer Mehrheitsbeteiligung an deren Lagerhausabteilung mit den größten Getreidehallen in München. Daraus wurde die Bavaria Lagerhaus- und Speditionsgesellschaft mbH. Eine weitere Mehrheitsbeteiligung kam an der Münchner Lagerhaus Ostbahnhof GmbH zustande. Durch die Erweiterung der Geschäfte nach der Schweiz gründete die Rhenania mit weiteren Beteiligten im Jahr 1920 die Neptun Transport- und Schifffahrts AG in Basel. Die Leitung übernahm Jacob Hecht.

Im Hafen Kleinhüningen wurden ein großer Getreidespeicher und Werftanlagen gebaut. 1921 wurde auf Wunsch und mit Beteiligung der Stadt Worms die Rhenania Wormser Lagerhaus-und Spedition AG, Worms, gegründet. Die Stadt brachte hierfür ein großes Lagerhaus mit Umschlagseinrichtungen ein. Auf Rechnung der Neptun, welcher auch die Generalvertretung des Rhenaniakonzerns in der Schweiz oblag, wurde eine Flotte mit Kanalpenichen für den Rhein-Rhone-Kanal in Fahrt gebracht. Im Jahr 1921 verfügte der Konzern wieder über eine eigene Flotte von 94 Güterk.hnen und einer Gesamtkapazität von 74.000 Tonnen und 19 Schleppdampfern mit einer Gesamtleistung von 12.000 PS. Hinzu kamen angemieteter Kahnraum in etwa gleichem Umfang und Dauerbeschäftigung sowie umfangreiche Lagerräume für Getreide und weitere Umschlagseinrichtungen.

Der Rhenaniakonzern zählte damit seinerzeit zu den wichtigsten Binnenschifffahrts- und Speditionsunternehmen Deutschlands. In den Jahren 1923 bis 1926 wurde der Schiffspark, einschließlich der Neptun Basel um über 30.000 Tonnen mit Neubauten vergrößert. Ein großer Teil kam von der Schiffswerft in Erlenbach. Weitere Speicher- und Umschlagsanlagen entstanden in Köln, Wesel, Hannover, Hamm, Gelsenkirchen, Braunschweig und Hildesheim. Für den Stückgutverkehr wurden ab 1932 zunächst für die Rhenania Mannheim und die Rhenania Allgemeine Duisburg schnelle Motorgüterschiffe in Dienst gestellt, 350 bis 450 PS, 700 t, "Express 1" bis "Express 5", "Express 11" bis "Express 15" und "Express 20". 1938 waren es einschließlich bei der Neptun, "Express 21" bis "Express 43", 33 Express-Motorgüterschiff "Express 34", Bj. 1938, bei der Bayerischen Schiffbauges. in Erlenbach, 450 PS, 63,00 x 4,25 m, 650 t. 1973 unter Partikulierflagge in "Eddy W", danach in M "Nassau", "Festival" und "Ginsa" umbenannt.

Motorgüterschiffe:
Sie zählten zu den schnellsten auf dem Rhein. Die Neptun hatte in den 30er Jahren zuden einen Kahnraum für 8.000 Tonnen und die gleiche Tonnage mit 30 Kanalpenichen auf dem Rhein-Rhone-Kanal. Zur Konzernflotte gehörten um diese Zeit außer den Express- Motorschiffen folgende Einheiten: Bei der Rhenania Schifffahrts- und Speditionsges. Mannheim, acht Rhenania- Schleppkähne und zwei Hafenboote, die Dampf-Schraubenschlepper "Rhenania XI", Bö. 1914, 100 PS und "Rhenania XII", Bö. 1907, 142 PS; bei der C.G. Maier AG, Mannheim, 17 C.G. Maier-Schleppkähne, der Dampfschraubenschlepper "C.G. Maier I" ex "Rheinstein", Bö. 1898, 120 PS und die zwei Raddampfschlepper, "C.G. Maier 111", Bö. 1906, 1.100 PS, danach "Rhenania III" (ab 1936 "Haren VIII"), sowie "C. G. Maier IV" ex "Kaiser Wilhe1m II." von dem Österreichischen Nordwest – Dampfschifffahrts-Ges., Bö. 1903, 1.200 PS. Dieser kam 1920 von der Elbe an den Rhein und wurde in "C. G. Maier IV" umbenannt, danach "Rhenania IX" (ab 1936 "Harpen IX").

Ferner gab es bei der Rhenania Wormser Lagerhaus und Speditionsges. vier Rhenania- Schleppkähne mit einer Kapazität von 5.215 t; bei der Rhenania Allgemeine Speditions Ges. AG, Duisburg, drei Hafenboote, die Dampf-Schraubenschlepper "Rhenania IX" ex "Conrad", Bj. 1914, 115 PS, "Rhenania X'( ex "Tilly" ex "Holland VI", Bj. 1914, 180 PS und "Rhenania XIV" ex "Rheinstrom XIII", Bj. 1922, 200 PS, zehn Rhenania -Schleppkähne mit einer Kapazität von 14.000 t; bei der Rhenania Rheinschifffahrtsges. Homberg 37 Rhenania-Schleppkähne und zwei Kranschiffe mit einer Tonnage von 44.000 t und 12 Schleppdampfer, die VI" ex „Rhein" ex "Main") Bj. 1908) 150 PS; "Rhenania XI" ex "Helene") Bj 1901) 100 PS; "Rhenania XII" ex "Elisabeth" ex "Seeadler") Bj. 1907) 142 PS;
"Rhenania XIII" ex Cäthe") Bj. 1907) 180 PS und "Elmar" ex "Ernil" ex "Paul Disch III") Bj. 1894) 550 PS) eines der ältesten Rheinschiffe der Rhenania. Zudem waren es Mitte der 30er Jahre die Raddampfschlepper "Rhenania V" ex "König Albert“ Bj. 1911) 1.400 PS; "Rhenania VII" ex "Herzog") Bj. 1915) 850 PS und "Rhenania VII“ Bj. 1920) 1.400 PS) 1944 versenkt und Totalverlust. "Rhenania VII" wurde bei Sachsenberg an der Elbe für Burmester, Lauenburg, gebaut und kam 1918 zur Rhenania. 1927 kam er an die Elbe zurück zur VEG Dresden als VEG 17. Zuletzt war das Schiff bei der VEB Deutsche Binnenreederei der DDR in Fahrt. 1969 wurde es abgewrackt.

Bei der Neptun Transport- und Schifffahrts AG) Basel) fuhren 1935 22 Neptun-Schleppkähne und der Raddampfschlepper "Neptun") Bj. 1926) 1.600 PS. Dieser kam noch 1935 als "Rhenania XV"/ "Peter Küppers" zur Rhenania Homberg. Nach der Eröffnung der Großschifffahrtsstraße Neckar im Jahr 1935 bis zunächst Heilbronn wurde im Kanalhafen Heilbronn eine Wasserfront mit 300 m Länge angernietet und ein Getreidesilo Motorschlepper "Rhenania 111"/ Bj. 1958/ Schiffswerft Mainz-Gustavsburg, 400 PS, 27/00 x 6/60 m. Im Bild in Mannheim. Bis Ende der 1960er bei der Rhenania. Danach nach Italien verkauft und zum Wasserboot umgebaut mit Umschlagseinrichtungen gebaut. Nach dem weiteren Ausbau des Neckars bis Stuttgart entstand auch dort eine große Niederlassung.
Aufgrund der veränderten) politischen Machtverhältnisse in Deutschland mussten 1938 die Gebrüder Hecht aus dem von ihnen gegründeten Konzern ausscheiden. Sie emigrierten in die Schweiz und nach Amerika. Mit Zustimmung Bayerns übernahm zunächst die Reederei Haniel die Mehrheit des Rhenaniakonzerns. Die C.G. Maier-Schiffe kamen bereits 1936 zur Reederei Harpener Bergbau AG) Duisburg- Ruhrort. Der Zweite Weltkrieg brachte auch für die Rhenania erneut hohe Verluste.

Nach Kriegsende kam es in Verhandlungen mit Haniel zum Rückkauf des Unternehmens. Zum Konzern gehörten in der Nachkriegszeit noch die Rhenania Schifffahrts- und Speditions AG, Mannheim, mit einer Niederlassung in Basel, die Rhenania Wormser Lagerhaus, Worms, die Rhenania; Allgemeine Spedition, Duisburg, die Rhenania Rheinschifffahrts GmbH, Homberg, und die Rhenania Münchner Lagerhaus.

In den 50er Jahren ging es wieder aufwärts. Neue leistungsstarke Motorgüterschiffe wurden für die Rhenania-Unternehmen in Fahrt gebracht. Mehrere Schleppkähne wurden zu Motorschiffen umgebaut. Bereits 1951 fuhren in der Gruppe wieder: bei der Rhenania in Mannheim sechs Rhenania –Schleppkähne mit 700 bis 1.400 t, die zwei schon genannten Hafenboote und sieben Exress- Motorgüterschiffe; bei der Rhenania in Worms ein Express- Motorgüterschiff; bei der Rhenania Allgemeine in Duisburg der Schleppkahn „Rhenania 57", die drei schon genannten Dampf- Schraubenschlepper, die Motorgüterschiffe „Express 1 bis - 9") 350 bis 500 PS, 640 bis 945 t und das Motortankschiff „Hans") 400 PS) 904 t) bei der Rhenania Homberg 25 Rhenania Schleppkähne mit 900 bis 1.400 t) fünf Dampfschlepper, die schon genannten Dampf-Schraubenschlepper „Rhenania I bis - IV") der Raddampfschlepper „Rhenania V« und die vier Motorgüterschiffe „Express 10 bis -13“. In den 60er Jahren zählte die Rhenania wieder zu den starken und leistungsfähigen Unternehmen in der Binnenschifffahrt. Weitere neue Motorgüterschiffe erhielten teilweise Schleppeinrichtungen und ersetzten damit die nach und nach außer Dienst gestellten Dampfschlepper. Der leistungsstarke Dampf-Schraubenschlepper „Rhenania IV« war bis 1952 in Fahrt und wurde 1957 abgewrackt. Die letzten Raddampfschlepper „Rhenania V" bis 1956) 1959 abgewrackt und „Rhenania XV« bis 1958) 1960 zum Motorgüterschiff umgebaut. Die Gesamtflotte des Konzern umfasste 1963 32 Rhenania-Schleppkähne mit einer Gesamtkapazität von 38.584 t und das Kranschiff "Rhenania 18", 370 t; sechs Motorschlepper; in Duisburg das Hafenboot "Rhenania I" ex "Jürgen", Bj. 1950,65 PS; in Homberg "Rhenania II" ex DSchrSchl "Rhenania XIII", 1957 motorisiert 310 PS, die beiden typengleichen Neubauten "Rhenania II“ und "Rhenania IV", Bj. 1956/57, 400 PS, "Rhenania VI" ex DSchrSchl "Rhenania XIV", 1956 motorisiert 420 PS und in Mannheim "Rhenania XVI", Bj. 1925, 300 PS. Ferner 52 Express- Motorgüterschiffe und zwei Motortankschiffe, "Tank-Express 1" ex "Hermann", Bj. 1952, 500 PS, 960 t und "Tank-Express II", Bj. 1941, 400 PS, 748 t. Verschiedene Motorgüterschiffe wurden ab Ende der 60er Jahre zu Schubmotorgüterschiffen umgebaut und die Motorschlepper verkauft oder wie die meisten Kähne abgewrackt. Motorgüterschiff "Express 203", Bj. 1956 als "Express 84" bei der Schimag in Mannheim, 600 PS, 67,00 x 8,20 m, 971 t. 1972 vergrößert auf 80 m, 1175 t, 1014 PS und in "Express203" umbenannt. Im Bild in Mannheim auf Bergfahrt. 1977 in "Rhenania 203" umbenannt. In den 80er Jahren verkauft und unter Partikulierflagge in "Andreas Paasche","Albatros", 2004 in "Kyara" und 2006 in"Phiansaro" umbenannt.

"Rhenania II“ wurde in Italien zum Wasserboot umgebaut. "Rhenania IV" wurde 1968 unter NL-Flagge zum Schubboot "Bonaire" umgebaut, gebaut, 1971 in "Antonie" umbenannt. Seit 1985 ist es als "Jacoba" in Fahrt. Im Jahr 1968 wurde von Rhenania im Mannheimer Mühlauhafen der erste Schiffscontainer umgeschlagen. In den 1970er und 80er Jahren wandelte sich die Rhenania -Gruppe zu einem Mischkonzern. Die Mehrheit des Kapitals wechselte 1972 in die Hände des weltweit im Verkehrsbereich tätigen englischen Bowater- Konzerns. Dem allgemeinen Trend in der Rheinschifffahrt folgend wurden die eigenen Schiffe Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre verkauft. 1984 hatte die Rhenania noch 16 eigene Schiffe: die Motorgüterschiffe "Rhenania" ex ""Express 101 bis 105", "Rhenania 110" ex "Express 110“, "Rhenania 123, 125, 202, 203 und 274" ex "Express" gleicher Nummer, die Motortankschiffe "Rheintank 51 bis 53" ex "Tankexpress" gleicher Nummer, die beiden Güterschubleichter, ehemalige Schleppkähne, "Rhenania 34 und 36" und als Lagerschiff im Hafen Heilbronn den Schleppkahn "Rhenania25".

Die Tragfähigkeiten der Schiffe lagen zwischen 1.125 und 1.540 Tonnen. 1992 bestand die eigene Flotte noch aus fünf eigenen Schiffen: den Motorgüterschiffen "Rhenania 100" bis "Rhenania 102", "Rhenania 110" und dem Schleppkahn "Rhenania 25". Befrachtet in Festcharter wurden aber bereits 50 Fremdschiffe, darunter zehn Containerschiffe und zwei RoRo-Koppelverbände, "Vera" und "Dynamica" mit je einem RoRo- Leichter, "Roro 1" und "Roro 2".

Mit dem kombinierten Verkehr dieser Schiffe, mit zwei wöchentlichen Abfahrten zwischen Mannheim und Rotterdam / Antwerpen wurde bereits 1985 begonnen. Befördert werden überwiegend selbstfahrende Trailer, Kräne und Traktoren. Die RoRo-Schiffe wurden später durch RoRo- Autotransportschiffe ergänzt. 1985 erfolgte auch die Gründung des Rhinecontainer, ein Gemeinschaftsunternehmen der drei Partner Rhenania Transport B.V, Rotterdam, Kühne & Nagel N.V, Rotterdam und Nederlandsche Rijnvaart- Vereeniging B.V, Rotterdam.

Die letzten eigenen Schiffe wurden im Jahr 1995 abgegeben. Der Kahn "Rhenania 25“ Schubverband SchuMGS "Rhenania 125" ex "Express 125", ex "Express 105", Bj. 1923 als Schleppkahn "Rhenania" bei der Germania Werft in Kiel. 1954 zum Motorgüterschiff und später zum Schubmotorgüterschiff umgebaut, 900 PS, 80,36 x 9,50 m, 1265 t. SL "Rhenania 34", Bj. 1925 bei Vuik u.Zn in Capelle a.d./jssel/NL als Schleppkahn "Neptun 57", 80,00 x 9,50 m, 1345 t. Motorgüterschiff "Rhenania 104" ex "Express 104", Bj. 1971 bei der Böhmischen Werft in Prag, 620 PS, 80,00 x 9,28 m, 1182 t. Eines der letzten eigenen Schiffe der Rhenania. Nach dem Verkauf als "Norderstedt", Ho. Hamburg, unter Partikulierflagge.

Dient heute noch als Werkstattschiff der Bootswerft Geiger im Osthafen Heilbronn. Die Reederei wandelte sich zum Befrachter und Spediteur. Der Binnenschifffahrtsbereich wurde durch drei Spartengesellschaften wahrgenommen: Die Binnenschiffsbefrachtung und -beförderung einschließlich der RoRo-Verkehre durch die Rhenania Schifffahrts-Gesellschaft mbH (RSG), Mannheim, mit einer Niederlassung in Duisburg; die Beförderung von Containern, die Containerspedition und der Betrieb der Containerterminals durch die Rhenania Container GmbH (RCG), Mannheim, mit Niederlassungen in Mainz und Neuss; die Lagerei und der Umschlag durch die Rhenania Umschlag und Lagerei GmbH (RUL), Mannheim, mit verschiedenen Niederlassungen im Bundesgebiet. Durch Änderungen der Anteilseigner wurde aus der Rhenania-Gruppe im Jahr 2000 die P&O Trans European.
Es entstanden die Sparten P & 0 Roba, Basel.

Die Binnenflotte der Charterschiffe unterschiedlicher Größe wurde von der Sparte P&O Rhenania Intermodal disponiert. In Frankreich wurde sie Marktführer in der Penichenbefrachtung. Sie betreibt auch eigenständige Eisenbahndienste. Unter anderem fährt mit einer Privatbahn auf der Bahnstrecke Mannheim - Stuttgart - Ulm ein Container- BIockzug. Mit Beginn des Jahres 2003 gab es erneut Veränderungen. Der britische Logistikdienstleister Wincanton übernahm die P & 0 Trans European mit ihren Sparten.

Das Unternehmen firmierte danach als Wincanton Rhenania mit mehreren Tochterunternehmen. Im November 2006 konzentrierte Wincanton die deutschen Tochterfirmen unter einem Dach, der Wincanton GmbH, Mannheim. Damit: erlosch der traditionsreiche Name Rhenania. Die Rhenania - Flagge verschwand aus dem Bild der Rheinschifffahrt.

Die Wincanton zählt heute zu den führenden Verkehrsunternehmen Europas und. disponiert eine umfangreiche Binnenflotte aus Charterschiffen, zu der nach wie vor die genannten RoRo-Schiffe gehören. Das Transportvolumen beträgt über 10 Mio Tonnen im Jahr. Das jährliche Beförderungsaufkommen mit Containerschiffen auf dem Rhein, die fahrplanmäßig zwischen den Terminals verkehren, liegt deutlich über 400.000 TEU. In Frankreich ist die Wincanton auch heute noch Marktführer in der Penichenbefrachtung.

Quelle:

- Mit freundlicher Genehmigung Schifferverein Beuel
- ZS navalis 2/11

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