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Wasserboot

Es wirkt wie ein Museumsschiff. Doch das „Wasserboot V“ ist gefragt. Es ist Lübecks ältestes noch gewerblich tätige Schiff und beliefert andere Schiffe mit Trinkwasser.

Seit 1950 ist das „Wasserboot V“ im Lübecker Hafen tätig. Früher hatte der 60 Meter lange Kahn, der zwischen Schuppen 9 und Hubbrücke seinen Dauerliegeplatz hat, wesentlich mehr zu tun. Fast alle Schiffe, die im Hafen einliefen, forderten den Service der Hamburger Reederei „Jacobsen & Cons.“ an.

„Heute haben die meisten großen Pötte auch Wasseraufbereitungsanlagen an Bord oder werden wie am Skandinavienkai mit einem Standrohr von Land aus versorgt“, sagt Heinz Früchtnicht. Der 58-jährige Kapitän macht sich dennoch keine Sorgen um seinen Arbeitsplatz. „Wir haben auch einige Stammkunden im Linienverkehr“, so Früchtnicht. Zu den großen Hauptabnehmern gehört unter anderem die „Translubeca“, die sich gleich mit der ganzen Schiffsbauchladung von 125 Kubikmetern beliefern lässt.

Rund drei Stunden dauert da die Wassertankbefüllung. Trotz Wasser-Aufbereitungsanlagen an Bord gibt es auch nicht wenige Kapitäne, die den Service der schwimmenden Wassertankstelle zu schätzen wissen. „Unser Wasser ist gut und schmeckt einfach besser“, erklärt Früchtnicht, der im Schnitt viermal in der Woche von Hamburg nach Lübeck kommt, um mit dem „Wasserboot V“ Frischwasser auszufahren. Weil das zumeist auch ungewöhnliche Zeiten sind, hätten viele Lübecker Eindruck, dass sich das Schiff schon gar nicht mehr im Dienst befinde, weiß Früchtnicht, der schon seit 42 Jahren an Bord der liebevoll genannten „Hafenhummel“ Dienst macht. mehr